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Die Fahnenweihe (August 1958)

1958 Vogl Wirket
Fahnenweihe 1958
Fahnenweihe 1958_2

Schon bei der Gründungsversammlung wurde beschlossen, im August ein Gründungsfest mit Fahnenweihe abzuhalten. Und damit kam vor allem auf die Vorstandschaft eine Menge Arbeit zu, galt es doch, eine Fahne zu beschaffen, ein Festprogramm zu erstellen und vor allem auch eine Fahnenmutter zu gewinnen. Bruno Ölscher, Lehrer an der Volksschule in Saldenburg von 1959 bis 1975, der in beeindruckender Weise die Vereinschronik von 1959 bis 1985 gestaltet und geschrieben hat, berichtet über diese Vorbereitungen:

Fahnenweihe 1958_x
Festdamen 1958
Festzug 1958

„Die jetzt folgenden Wochen brachten der ganzen Vorstandschaft und vielen engagierten Helfern einen Packen Sorgen und Arbeit. Es war ja nicht nur das Fest selbst, das organisiert werden musste, in knapp zwei Monaten mussten auch die finanziellen Mittel für die Fahne wie auch für die würdige Durchführung der Weihefeier zusammengebracht werden. Die Vereinskasse war ja zu dieser Zeit noch fast leer. Das einzige Kapital war der Optimismus einer Handvoll Männer. Und so ging man genauso wie bei der Gründung selber mit viel Einsatzfreude und Idealismus daran, auch diese Aufgabe zu bewältigen. Acht Sammellisten wanderten von Haus zu Haus und erbrachten rund 1200,- DM an Spenden. Auch Pfarrer und Kaplan von Thurmansbang hatten sich für diese Sammelaktion zur Verfügung gestellt. Spendenbitten an Brauereien und Geldinstitute ergaben weitere 700,- DM; der Festabzeichenvorverkauf schlug mit rund 450,- DM gut zu Buche, und schließlich bewilligte auch die Gemeinde einen recht großzügigen Zuschuss. Beeindruckt von der Einsatzfreude der Vereinsmitglieder spendete Bürgermeister Robert Vogl persönlich 200,- DM. Diese schönen Summen waren für die Veranstaltung ein sehr beruhigendes Kapitalpolster.“ Nachdem dann  durch Schriftführer Josef Nirschl die termingerechte Lieferung der Fahne (Gesamtkosten: 2300,- DM) mit der Saldenburg als Wappenbild im Zentrum, umrahmt von blau-weißem Rautenmuster, sichergestellt und nach einem ‚Bittgang’ des 1. und 2. Vorstands mit Frau Aloisia Wirket eine Fahnenmutter für den neuen Verein gefunden worden war, konnte die Gestaltung des Festprogramms konkret in Angriff genommen werden. Und trotz widriger Wetterlage an den vorausgehenden Tagen und entsprechend schlechten Aussichten wurde nach dem Bericht des Chronisten Ölscher „doch alles gut, denn der gute Petrus hatte ein Einsehen mit dem Verein und bescherte den Saldenburgern das Wetter, das sie sich wirklich für ihr gut vorbereitetes Fest verdient hatten“. Der ‚Grafenauer Anzeiger’ berichtet denn auch von einem „großen Fest“ und einer „eindrucksvollen Fahnenweihe“ mit einem am Samstagabend vorausgehenden Fackelzug vom Haus der Fahnemutter Aloisia Wirket in Tratzen bis Saldenburg, vorbei an geschmückten Häusern bis schließlich hin zur Burgwiese, wo ein Feuerwerk abgeschossen wurde. „Eine Pracht war es“, so ist im Zeitungsbericht zu lesen, „als das Feuerwerk entzündet wurde. Schwere Böllerschüsse donnerten in die dunkle Nacht. Nach dem Feuerwerk bewegte sich der inzwischen lang gewordene Zug wieder zurück in die Ortschaft, wo im Bierzelt Platz genommen wurde. An keinem Haus fehlten Fahnen. Die bunte Beleuchtung gab bis in die Mitternacht hinein ein schönes Bild.“ Der Festsonntag begann um 5 Uhr früh mit einem Weckruf der Thurmansbanger Blaskapelle und Böllerschüssen vom Burgberg. An beiden Ortseingängen von Saldenburg waren zum Empfang der rund 30 auswärtigen Vereine Triumphbögen errichtet. So bewegte sich bei strahlendem Sonnenschein ein langer Festzug hinauf zur Burgwiese, wo unter einer mächtigen Buche ein Altar errichtet und ein symbolisches Heldengrab aufgeschüttet war. Pfarrer Gscheider, der den Festgottesdienst zelebrierte, gemahnte in seiner Predigt in eindringlichen und bewegenden Worten, sich angesichts der unzähligen Opfer des Krieges auf den Schlachtfeldern und unter der Zivilbevölkerung für den Erhalt des Friedens einzusetzen und Kameradschaft zu pflegen. Der Festgottesdienst wurde mit einer Totenehrung abgeschlossen. Bürgermeister Robert Vogl legte im Namen der Gemeinde einen Trauerkranz nieder und überreichte für die neue Fahne ein Trauerband. Zum Totengedenken erklang von der höchsten Stelle der Burganlage herab das Lied vom ‚Guten Kameraden’, zugleich krachten drei Böllerschüsse. Am Nachmittag gab es zunächst noch eine offizielle Feier, bei der Bürgermeister Vogl die Festansprache hielt und die Fahnenmutter Erinnerungsbänder an die Vereine verteilte; abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem Ball im Gasthaus Gnad.

 
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